Doch keine Yellow-Hybriden sondern Pseudotroheus msobo

Nachdem ich zunächst Angst hatte, bei meinen Yellows 2 Hybriden bekommen zu haben, haben sich die beiden jetzt als Pseudotropheus msobo entpuppt. Die beiden Männchen sind noch immer in der Umfärbephase, aber man kann jetzt schon ganz deutlich erkennen, dass es zwei Msobos sind.

Das ist wirklich eine mehr als geniale Wendung, denn im großen Aquarium habe ich noch 4 Damen von Pseudotropheus msobo schwimmen, die bislang ohne Mann auskommen mussten. Wird Zeit, die beiden Männer umzusetzen.

Das Aquarium nach einem halben Jahr

SONY DSCMit einem halben Jahr Erfahrung mit dem neu eingerichteten Aquarium kann ich ein ausgesprochen positives Zwischenfazit ziehen.

  • Vom ursprünglichen Besatz sind nur zwei Yellows verstorben. Ich denke, dass diese einfach beim Einsetzen noch zu klein waren.
  • Die Filterung funktioniert und ist offenbar mehr als ausreichend dimensioniert. Bislang kann ich kein Nachlassen der Filterleistung feststellen. 6 Monate Standzeit sind schon mal sehr in Ordnung.
  • Auf den Steinen hat sich inzwischen der passende Aufwuchs gebildet, der die Lochsteine kaum mehr wie Lochgestein aussehen läßt. Was ganz in meinem Sinn ist, würde wahrscheinlich anderen Aquarianern weniger gefallen.

Einziger negativer Aspekt:

  • Von den Yellows haben sich 2 Tiere aus Hybriden entpuppt. Da ist offenbar eine Art aus der Melanochromis-Ecke im Spiel gewesen.

Futter für die Malawi-Cichliden

Als Mbunas hat der komplette Besatz die beinahe gleichen, bzw. sehr ähnlichen Ansprüche an die Ernährung. In ihrer natürlichen Umgebung, den ufernahen Felsbiotopen im Malawisee ernähren sich die Buntbarsche hauptsächlich vom Aufwuchs auf den Steinen.

Dieser Tatsache gilt es auch im Aquarium Rechnung zu tragen. Es wäre komplett falsch die Fische mit proteinreichem Flockfutter oder Sticks zu füttern oder ihnen Lebend- oder Frostfutter wie rote Mückenlarven oder Tubifex zu geben. Der Verdauungstrakt der Mbunas kann mit solchem Futter wenig anfangen und bei dauerhaft falscher Fütterung verfetten die Tiere sehr schnell. Grundsätzlich haben Mbunas eine gerade, oft sogar eingefallen wirkende Bauchlinie. Man sollte sich nicht aus falsch verstandener Tierliebe dazu hinreißen lassen, die Fische aufpäppeln zu wollen. Der Zustand ist nicht krankhaft, sondern absolut natürlich.

Die Mbunas erhalten bei mir keine Sticks. Ich habe leider in der Vergangenheit die Erfahrung machen müssen, dass diese gierigen Fresser deutlich aufgedunsen und überfressen aussehen, sobald sich das kompakte Trockenfutter mit Wasser vollgesogen hat. Das ist für die Tiere absolut ungesund.

Ich wechsle beim Futter hauptsächlich zwischen verschiedenen Flockenfuttern, die speziell auf Mbunas aus dem Malawisee abgestimmt sind und gebe ab uns zu eine kleine Menge aufgetauter Artemien.

Ergänzbar wäre das Futterangebot sehr leicht durch überbrühte Gurke oder Paprika. Die meine Mbunas in früheren Jahren sehr gerne gefressen haben. Da das Aquarium im Büro steht, ist mir im Moment einfach die Gefahr zu groß, dass die Gemüsereste im Aquarium vergessen werden könnten.

Die endgültigen Wasserwerte

In den Tagen und Wochen nachdem die Mbunas eingezogen sind, habe ich fast täglich die Wasserwerte kontrolliert. Nitrit war dabei zu keinem Zeitpunkt nachweisbar.

Die übrigen Parameter stellen sich wie folgt dar:
PH: 8,0
GH: 7°
KH: 12°
Nitrat: 10mg unmittelbar nach einem Wasserwechsel und 20mg vor dem wöchentlichen Wasserwechsel
Nitrit: nicht nachweisbar
Temperatur: 26°C

Diese Werte erreiche ich ohne Wasseraufbereiter und sonstige Zusätze allein mit dem Leitungswasser. Ich wechsle jede Woche ca. 50% des Inhalts aus.

Der Besatz wird aufgestockt

Etwas mehr als 2 Wochen nach dem Erstbesatz und dem Nachweis, dass die Filterung bereits ordentlich funktioniert, sollten die weiteren Fische folgen.

Der zusätzliche Besatz sollte natürlich zu den bereits vorhandenen Cichliden passen. Als Wunscharten hatte ich im Kopf:

  • Pseudotropheus zebra chilumba oder Cynotilapia afra
  • Melanochromis maingano oder Melanochromis Northern Blue
  • Aufstockung für die Labidochromis Yellow

SONY DSCIn den umliegenden Zoohandlungen, wohlgemerkt in denen, die ich grundsätzlich für den Fischkauf überhaupt in Betracht ziehen würde, waren leider keine dieser Arten erhältlich. Ein Malawihändler in der Nähe wollte weder auf Emails, noch auf Telefonanrufe reagieren, so dass ich mich nach einem neuen Fischhändler umsehen musste. Google hat mich dann auf Claus Obergrusberger (www.lc-aquaristik.de) aus Winhöring gebracht. Zwar nicht gerade um die Ecke, aber machbar.

Claus betreibt eine wirklich saubere, kleine Anlage in seinem Keller und obwohl die Anlage im Vergleich zu anderen Anbietern wirklich nicht groß ist, ist die Auswahl so groß oder besser so passend zu meiner Suche, dass es mir wirklich schwer gefallen ist, mich für die richtigen Buntbarsche zu entscheiden.

Letztlich bin ich mit diesen Mbunas nach hause gefahren:

  • 7x Melanochromis maingano bei denen sich die Geschlechter noch nicht wirklich unterscheiden lassen.
  • 1/3 Labidochromis hongi red top
  • 5x Labidochromis Yellow

Auch Tage nach dem Einsetzen der Tiere zeigen sich alle munter, fressen und so gut wie gar nicht aggressiv. Ob dies am leichten Überbesatz liegt, an der passenden Zusammenstellung der Arten oder an der Einrichtung des Beckens kann ich nicht sagen. Nur: Es funktioniert ganz hervorragend uns schon nach wenigen Tagen hatten einige Weibchen bereits die Mäuler voll. Bei den Labidochromis hongi scheint sich das zu einem Dauerzustand zu entwickeln.

 

Die ersten Fische ziehen ein

Nach einer bewußt langen Einlaufphase von fast 2 Monaten sind schließlich die ersten Fische eingezogen. In dieser Einlaufphase habe ich überhaupt keine Mittelchen oder Bakterienkulturen ins Wasser gegeben, denn meiner Meinung nach, ist Geduld noch immer das billigste und verläßlichste Mittel für einen erfolgreichen Start mit einem neuen Aquarium.

Es kamen nur alle paar Tage ein paar Flocken Fischfutter ins Wasser, um die Bakterienkulturen anzufüttern.

Als erste Fische sind dann 1/2 Pseudotropheus zebra red/blue zusammen mit 5 Labidochromis caeruleus (Yellow) eingezogen. Nur so wenig, um den Besatz zunächst niedrig zu halten und den Filter nicht vor vielleicht unlösbare Herausforderungen zu stellen.

Das hat auch geklappt. Zu keiner Zeit war nach dem Einsetzen des Erstbesatzes Nitrit im Wasser nachweisbar.

Die Technik für das 300er

„Möglichst wenig, das einen Stecker braucht“ war mein Ziel bei der Auswahl der passenden Technik für das Büroaquarium. Gespart sollte nicht nur bei der Anschaffung werden, sondern auch beim Betrieb, sprich den Stromkosten.

Als Hauptfilter wollte ich zunächst meinen Eheim aus dem Keller reaktivieren. Der 2028 hat damals an einem 450-Liter-Malawi- und später -Tropheus-Aquarium sehr gute Dienste geleistet. Die ersten Versuche zeigten aber, dass die lange Vereildauer im Keller deutliche Spuren hinterlassen hat: Sämtliche Schläuche knochenhart bis spröde. Die Gummidichtung ebenfalls hart, bzw. geschrumpft, so dass sich der Filterkopf ganz ohne den gewohnten Widerstand auf den Filterkorb setzen ließ. Ein Verschlusszapfen abgebrochen. Dass das Filtermaterial nicht mehr zu gebrauchen wäre, damit hätte ich ja noch gerechnet gehabt, aber so war das eher ein wirtschaftlicher Totalschaden.

JBL Cristal Profi e1501

JBL Cristal Profi e1501

Weil ich es zu dem Zeitpunkt schon etwas eilig hatte, habe ich mir im Zoogeschäft meiner Wahl einen JBL Cristal Profi e1501 besorgt. Der Außenfilter ist deutlich überdimensioniert, was ich sehr gerne bei Malawibecken mache und dazu noch günstig in der Anschaffung und vom Stromverbrauch her.

Der Filter wälzt 1400 Liter in der Stunde um und hat ein Volumen von 12 Litern bei gerade 35 Watt Leistungsaufnahme.

Bei der Heizung hatte ich mehr Glück. Ich hätte zwar auf 100 oder 150 Watt gehofft und leider nur einen funktionierenden 75-Watt-Heizstab gefunden. Dieser heizt aber die 300 Liter zuverlässig und ist auf keinen Fall im Dauereinsatz.

Nachdem der Außenfilter zwar durchaus für ordentliche Strömung gesorgt hat, habe ich mich trotzdem dazu durchgerungen, eine zusätzliche Strömungspumpe, die Hydor Koralia nano 900 zu installieren. Da ich damit rechne, dass der Außenfilter seine Leistung nicht mehr in der gleichen Weise bringen wird, sobald er ein wenig besser eingefahren ist, war es mir wichtig, ganz sicher eine Pumpe im Aquarium zu haben, die für ausreichend Oberflächenbewegung sorgt.

 

 

Deko und Einrichtung für das Mbuna-Aquarium

Als Rückwand wollte ich die Slimline-Module von Back-To-Nature testen. Ich habe 3 Module (2x 50B + 1x 50C) in der hellen Ausführung an die Rückseite geklebt. Die Module sind sehr stabil und trotzdem war auch der Zuschnitt mit einem Teppichmesser problemlos möglich. Dadurch, dass sich die einzelnen Module ein wenig überlappen, ist praktisch kaum eine Schnittnaht zu erkennen. Optisch ein ganz großer Unterschied zu früheren Modulgenerationen.

Als Bodengrund verwende ich ca. 35 kg beigen Spielkastensand aus dem Baumarkt. Die Körnung ist ideal und der Preis nicht vergleichbar mit Aquariensand.

Zunächst hatte ich vor, die Steinaufbauten aus Kalksteinen aus dem Oberpfälzer Jura zu machen. Mit diesen Steinen habe ich in den letzten Jahren mein Non-Mbuna-Aquarium eingerichtet gehabt, bevor ich dort auf Riverstones von Rockzolid umgestiegen bin. Ich war mit diesen Steinen immer sehr zufrieden, da sie wesentlich natürlicher wirken als zum Beispiel das in Malawiaquarien weit verbreitete Lochgestein.

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Erster Versuch der Einrichtung mit Jura-Kalksteinen

Den ersten Versuch kann man im Bild sehen. Allerdings habe ich nicht so viele Steine und vor allem nicht in der richtigen Größe, um das Aquarium so zu gestalten, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich wollte ein Mbuna-Aquarium, in dem die Steinaufbauten zumindest teilweise bis zur Wasseroberfläche reichen und sowohl für Nachwuchs als auch für ausgewachsene Tiere ausreichend Verstecke entstehen. Mit den Kalksteinen kaum möglich. Ich hätte dazu noch mind. 2 wirklich große Brocken gebraucht.

Ein Besuch im Baumarkt brachte auch Ernüchterung: Flusskiesel in passender Größe waren nicht zu bekommen und kleine Steinchen nicht zu gebrauchen, da ich ja wirklich hoch aufrichten wollte.

Einrichtung mit Lochgestein.

Einrichtung mit Lochgestein.

Die Lösung war aber so nahe, dass ich sie zunächst überhaupt nicht sehen wollte. Nach einer Sichtung, welche Filterteile ich noch verwenden könnte, vielen mir auch einige Lochgesteinsbrocken in die Hände, die ich noch aus früheren Malawibecken im Keller verstaut hatte und schon bei 2 Umzügen meinen Helfern damit viel Freude bereiten konnte. Nach und sammelte ich die Brocken und und der Kassensturz bestätigte: Ausreichend Material, um das neue Aquarium komplett damit einzurichten.

Der Vorteil an dieser Lösung: Wesentlich mehr Höhlen und Verstecke und das Gewicht wurde im Vergleich zu den Kalksteinen nicht erhöht! Tatsächlich die Wahrheit: Das vergleichsweise kleine Häufchen Kalksteine wie man es im oberen Bild sieht, ist sogar ein wenig schwerer als der massive Riffaufbau, den man auf dem unteren Bild sieht.

Das Aquarium wird aufgebaut

Ich hatte schon eine ganze Weile ein leeres 300 Liter-Aquarium mit den Maßen 120 x 50 x 50 cm im Keller stehen. Ursprünglich wollte ich mit diesem Becken und noch einigen anderen den Grundstein für meinen angedachten Aquarienkeller legen. Dazu war bislang keine Zeit und deshalb bekam das Aquarium seinen Platz in meinem Büro.

Ziel war es, die Kosten möglichst gering zu halten. Deshalb und auch weil ich es für völlig ausreichend halte, besteht die Unterkonstruktion aus 10 Ytongsteinen, einer passenden PVC-Unterlage, die das Laminat schützt und als Basis für das Aquarium ein Regalboden mit 12 mm Stärke. Unter dem Aquarium liegt ebenfalls ein Stück PVC-Boden.

Eine Zeit lang habe ich nach einer gebrauchten Abdeckung für das Aquarium gesucht. Da ich aber kein wirklich eifriger Ebayer bin, habe ich mir dann doch eine Standardabdeckung von Juwel geholt.